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Montag 21.06. 19.00 Uhr

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft? Die „Speech of Hope“ in den Traditionen der U.S.-amerikanischen Außenpolitik

Vortrag

75 Years of Transatlantic Ties: Speech of Hope, Amerikahaus & DAZ Stuttgart


Ort: Zoom
Eintritt: Eintritt frei
Sprache: Deutsch
Registrierung: Bitte melden Sie sich hier für die Veranstaltung an. 


Die „Speech of Hope,“ die U.S.-Außenminister James F. Byrnes am 6. September 1946 in Stuttgart hielt, stellte die deutsch-amerikanische Beziehungsgeschichte nach dem von Eric Hobsbawm so genannten „Katastrophenzeitalter“ des 20. Jahrhundert auf eine neue Grundlage und umriss den Rahmen, in dem sich das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA ungeachtet aller Konjunkturen seitdem bewegt.

Historisch gesehen ist diese Rede gleich in zweifacher Hinsicht ein Dokument der Unwahrscheinlichkeit: Zum einen baute Byrnes nach zwei verlustreichen Weltkriegen, in denen Deutschland und die USA sich als ideologische Feinde unversöhnlich gegenüber gestanden hatten, den Deutschen eine Brücke in die westliche Wertegemeinschaft. Zum anderen aber – und auch das war alles andere als selbstverständlich – verankerte Byrnes mit seiner „Speech of Hope“ auch die USA, deren exzeptionalistisches Selbstverständnis bis dahin im radikalen Gegensatz zu Europa geankert hatte, unverrückbar im Westen. Dies ist zu Recht als eine Revolution in der Geschichte der amerikanischen Außenpolitik beschrieben worden.

Der Vortrag wird Byrnes „Speech of Hope“ in einem Akt des „close reading“ genau lesen und deren Aussagen breit in den Traditionen der US-amerikanischen Außenpolitik verankern. Dadurch trägt er nicht nur zum Verständnis der Rede im Kontext ihrer Zeit bei, sondern wird auch die aktuellen deutsch-amerikanischen Beziehungen in einem neuen Licht erscheinen lassen.

 


Mit: Prof. Dr. Volker Depkat, Universität Regensburg
In Kooperation mit: Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Prof. Dr. Volker Depkat

Dr. Volker Depkat ist Historiker und Professor für Amerikanistik an der Universität Regensburg. Er wurde mit einer Arbeit zu „Amerikabilder in politischen Diskursen. Deutsche Zeitschriften, 1789-1830“ (Stuttgart 1998) in Göttingen promoviert. Die Universität Greifswald habilitierte ihn im Fach Neuere und Neueste Geschichte für seine Studie „Lebenswenden und Zeitenwenden. Deutsche Politiker und die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts“ (München 2007). Seitdem hat Volker Depkat breit und vielfältig zur Geschichte der USA in ihren kontinentalen, hemisphärischen und transatlantischen Bezügen gearbeitet. 2008 erschien seine „Geschichte Nordamerikas: Eine Einführung“ im Böhlau Verlag. 2016 legte er eine „Geschichte der USA“ im Kohlhammer Verlag vor. Sein neues Buch „American Exceptionalism“ erscheint noch in diesem Sommer in den USA bei Rowman & Littlefield.