„Das amerikanische Volk wünscht, dem deutschen Volk die Regierung Deutschlands zurückzugeben. Das amerikanische Volk will dem deutschen Volk helfen, seinen Weg zurückzufinden zu einem ehrenvollen Platz unter den freien und friedliebenden Nationen der Welt.“
Bevor der damalige US-Außenminister James F. Byrnes am 6. September 1946 im Stuttgarter Opernhaus diese Worte sprach, war die Zukunft Deutschlands ungewiss. Doch in seiner „Rede der Hoffnung“ setzte er ein starkes Zeichen: Statt weiterer Bestrafung stellte Byrnes ein Jahr nach Kriegsende den Wiederaufbau, wirtschaftliche Stabilität und politische Verantwortung des besetzten Landes in den Mittelpunkt.
Für einen Teil des Nachkriegsdeutschlands und seine Bevölkerung bedeutete dies Hoffnung und Orientierung; die Rede öffnete den Blick des Landes nach Westen. Für die USA leiteten Byrnes‘ Rede die Neuorientierung der amerikanischen Deutschlandpolitik ein. Die „Speech of Hope“ gilt als Wendepunkt der deutsch-amerikanischen Beziehungen und Beginn einer engen transatlantischen Zusammenarbeit.
80 Jahre später kommen Prof. Dr. Wolfram Pyta (Universität Stuttgart), Jun.-Prof. Dr. Nadja Klopprogge (Universität Tübingen) und Dr. Torben Giese (StadtPalais) in einer Paneldiskussion zusammen und werfen einen Blick zurück auf diesen historischen Wendepunkt: Welche Interessen standen hinter der Hoffnungsrede? Welche Auswirkungen hatte sie? Und wie prägt sie die deutsch-amerikanischen Beziehungen bis heute?
Universitätsprofessor Dr. Wolfram Pyta, Leiter der Abteilung Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart sowie Landesforschungspreisträger für Grundlagenforschung, forscht und lehrt über die europäische Geschichte seit Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur aktuellen Zeitgeschichte.
Jun.-Prof. Dr. Nadja Klopprogge
Nadja Klopprogge ist Juniorprofessorin für nordamerikanische Geschichte an der Universität Tübingen. Sie hat ihre Doktorarbeit am John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin verfasst und in Berlin, Basel sowie Gießen gelehrt. Ihr Buch „Intimate Histories: African Americans and Germany since 1933“ erschien 2024 bei Berghahn Books.
Dr. Torben Giese
Torben Giese ist promovierter Historiker und Direktor des Stadtpalais – Museum für Stuttgart und verantwortet die Neukonzeption des Museums für Stuttgart zu einem Ausstellungs- und Veranstaltungsort für Themen aus Vergangenheit und Gegenwart sowie zu Zukunftsfragen Stuttgarts. Giese ist Gewinner des Bethmann-Studienpreises der Frankfurter Historischen Kommission und erhielt das Stipendium Hanauer Stadthistoriker.
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